Nicht nur Menschen haben Probleme einige Körperbewegungen bewusst wahrzunehmen und zu steuern. Hunde funktionieren den größten Teil des Tages quasi automatisch. Sie steuern ihre Bewegungen, genau wie Menschen, unterbewusst. Wenn man ihnen jedoch einen neuen Trick beibringen möchte, oder sie durch einen Agilityparcours lotst, wo sie die Bewegungen ihrer Beine bewusst steuern müssen, führen sie enorme geistige Aktivitäten aus. Durch dieses gezielte „Nachdenken“ über die auszuführende Bewegung oder Handlung verknüpfen sich neue Verbindungen im Gehirn. (BM/TAZ2010)
Berührungen sind für die Gefühlsentwicklung enorm wichtig. Menschen und auch Hunde, denen in den ersten Lebensmonaten nicht ausreichend Zärtlichkeit in Form von Berührungen oder Massagen entgegengebracht wird, verkümmern gefühlsmäßig. (BM/TAZ2010)
Lunas Kommentar:
Liebes Frauchen, kannst du nicht noch länger streicheln. Am besten weiter links unten, dann rechts hoch und hinter den Ohren nicht vergessen
Eine Domestikationserscheinung des Haushundes ist die Bereitschaft zur Unterordnung. Der Hund hat es nicht nötig eine höhere Rangposition einzunehmen. Er bekommt sein Futter und braucht nicht für das Überleben der Gruppe zu sorgen. Fehlverhalten in vielerlei Form hat nichts mit Dominanz zu tun. Unser Hund will nicht oben stehen er muss nur wissen, wo er hingehört.
Aggressionen dem Menschen und andren Hunden gegenüber beruhen auf Missverständnisse und andere vom Menschen bewusst oder unbewusst hervorgerufene Störungen in der Kommunikation des Hundes mit seiner Umwelt. Wir sollten uns daher von dem Alphatier-Bewusstsein verabschieden.
Der Mensch muss lernen, in der Kommunikation mit dem Hund die Konfliktvermeidung in den Vordergrund zu stellen. Konflikte verursachen Stress beim Hund und Menschen. Werden diese Konflikte reduziert oder verschwinden ganz, kann sich der Hund in seiner Persönlichkeit entfalten und hat keinen Grund aufsässig, depressiv oder aggressiv zu sein. Konfliktlos zu sein bedeutet aber nicht inkonsequent in der Erziehung zu sein. Bestimmte Unmutsäußerungen des Menschen sind auch eine Konfliktlösung.
Soll der Hund ein unerwünschtes Verhalten nicht zeigen reicht eine klare Unmutsäußerung in Gestik und Mimik, die der Hund versteht. Ist das Vertrauen zwischen Mensch und Hund intakt, vermeidet der Hund dieses Verhalten in Zukunft, denn dadurch kann er einen Konflikt vermeiden und das ist sein ganzes Bestreben. Rumschreien, im Nacken schütteln, Schläge oder sonstige abenteuerliche und mittelalterliche Erziehungsmethoden, entsprechen genau dem Konflikt den der Hund vermeiden will und verunsichern ihn nur. Seine Beschwichtigungssignale werden dabei natürlich übersehen.
Eine Hundemutter würde niemals Ihren Welpen im Nacken packen und schütteln. Sie nimmt Ihr baby lediglich im Nacken auf und trägt es an eine andere Stelle.
Der Nackenbiss kommt aus dem Verhalten der Wölfe. Wenn ein Wolf einen Fehler gemacht hat, dann kommt es vor, dass das Leittier den Wolf schüttelt und ihn damit tötet.
Bei unserem modernen Haushund macht diese Geste eher das Vertrauen kaputt. Der Hund kann diese Art der Bestrafung nicht verstehen.
Geben Sie alles.
Stören Sie ihren Hund bei seinen Tätigkeiten. Nehmen Sie ihm das Futter, Spielzeug oder ähnliches zwischendurch einfach mal kurz weg, damit erst gar keine Besitzansprüche gestellt werden und der Hund „seins“ irgendwann beginnt zu verteidigen.
Weniger ist mehr.
Geben Sie nicht ein und dasselbe Kommando 10 hintereinander. Setzen Sie sich bei der dritten Wiederholung durch und bringen Sie den und in die entsprechende Pose. Wiederholen Sie dabei das Kommando beim mündlichen loben („Sitz“ und dann „Fein Sitz!“).
Auf geht’s, ab geht’s.
Wenn Sie ihren Hund von der Leine „befreien“, bringen Sie ihn vorher ins Sitz und schicken Sie ihn dann mit einem Kommando in den Freilauf.
Sie sind der/die FahrerIn.
Lassen Sie den Hund nicht unkontrolliert ins und aus dem Auto springen. Mit einem geeigneten Kommando vermeidet man später eventuelle Unfälle.
Das ist kein Wettrennen.
Laufen Sie also Ihrem Hund nicht nach, sobald er sich entfernt. Drehen Sie um, rufen Sie freundlich und gehen Sie einfach weg. Zur Not verstecken Sie sich auch mal hinter einem Baum, Auto etc. Ihr Hund wird merken, dass er auf Sie angewiesen ist, nicht andersrum.
Der Hund ist keine TürsteherIn.
Wenn Sie gehen oder kommen, ignorieren Sie den Hund 5 Minuten lang, damit die Begrüßung oder der Abschied nicht zu rabiat ausfallen und Ihr Hund penetrant auf Sie warten wird.