28. Januar 2010
Hat die Domestikation des Hundes Spuren im Gehirn hinterlassen hat, mit denen sich Eigenschaften wie Zahmheit erklären ließen? In Untersuchungen von Proben aus drei Gehirnarealen von 10 Hunden, 10 Kojoten und 5 Wölfen wurde nachgewiesen, dass sich die Gehirnregion, die für die Emotionen und überlebensnotwendige Reaktionen verantwortlich ist, sich beim Hund wesentlich von denen der Kojoten und Wölfe unterscheidet. Dass die Domestikation dafür verantwortlich ist, konnte in dieser Studie jedoch nicht geklärt werden, da die Forscher nicht nachweisen konnten, „ob die Unterschiede zwischen den Hirnarealen auf genetisch dauerhaft in der Spezies Hund fixiertem Wandel beruhen – oder bloß auf Einflüssen jener speziellen Umwelt, in der die untersuchten Tiere lebten“*. Um diese Frage beantworten zu können, wurden Versuchstiere (Silberfüchse) einer russischen Pelztierfarm in die norwegische Upsalla University gebracht. Bereits auf der Pelztierfarm gab es Fortpflanzungsexperimente dahingehend, dass lediglich die Tiere gepaart wurden, die äußert zahm waren. Auf Grund dieser Verpaarungen konnte man nach einigen Generationen erkennen, dass die Tiere sich im Verhalten wie Hunde benahmen. Diese Tiere wurden an der Universität zusammen mit wilden Silberfüchsen gehalten. Die Untersuchungen der Gehirnareale zeigte auch hier eine deutliche Abweichung in dem Bereich, der für die Emotionen und Reaktionen zuständig ist. Da die Tiere jedoch nicht in ihrem natürlichem Umfeld sondern in einer künstlichen Umgebung mit Menschen zusammen lebten, ist die Frage, ob die Domestikation Auswirkungen auf das Gehirn hatte noch immer nicht eindeutig geklärt. (BM/TAZ 2010)
Eine 2002 erschienene Studie, die in der Abstammungsfrage mit der Studie von 1997 übereinstimmt, weicht jedoch, was das Alter des Hundes betrifft, enorm von der ersten Studie ab. Bei der 1997 veröffentlichten Studie wurden lediglich Proben von 140 Hunden aus 67 Rassen ausgewertet. In der 2002 veröffentlichten Studie wurden Genproben von insgesamt 654 Hunden aus allen Teilen der Erde analysiert und ausgewertet. Die Forscher führten die gleichen Untersuchungen durch, die bereits in der Studie 1995 angewendet wurden und kamen zu dem Ergebnis, dass es den Hund seit ca. 41000 Jahren gibt und seinen Ursprung in Ostasien hat. Über die Schätzung bezüglich des tatsächlichen Alters des Hundes gibt es bis heute jedoch mehrere Theorien. Trotz moderner Wissenschaft ist es bis heute nicht gelungen, das Alter des Hundes genau zu bestimmen. (BM/TAZ 2010)
Zu neuen Ufern
Auch die Entstehungs- und Ausbreitungsgeschichte des australischen Dingos, des amerikanischen Hundes sowie des mexikanischen Nackthundes beschäftigten die Wissenschaft. Den Forschern ging es darum herauszufinden, ob diese Tiere eigene Vorfahren hatten, also eine eigenständige Tierart waren, oder ob sie durch die Kolonisierung der Kontinente durch den Menschen auf Grund von Verpaarungen mit einheimischen Wölfen entstanden. Die Wissenschaftler kamen bei allen drei Tieren zu dem Ergebnis, dass der Ursprung in Ostasien liegt. Bei den australischen Dingos kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass diese, als bereits domestizierte Hunde über den Seeweg nach Australien kamen und sich dort vom Menschen lösten und eine wildlebende Spezies wurde. Bei den amerikanischen Hunden kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass auch hier Siedler bereits domestizierte Hunde auf dem Seeweg mitbrachten. (BM/TAZ 2010)
Lunas Kommentar:
Der mexikanische Nackthund soll mit mir verwandt sein?! Wenn das wahr ist, dann fress ich einen Besen.
Die Frage, ob der Hund vom Wolf abstammt oder ob er eine eigenständige Rasse ist, sollte die Wissenschaft über Jahrhunderte beschäftigen. Angefangen bei dem schwedischen Naturforscher Carl von Linné (1707 – 1778), der, die bis heute akzeptierte binäre Nomenklatur und damit eine systematische Einteilung von Lebewesen schuf, über Georges Louis Leclerc Graf von Buffon, der Linné, was die Entstehung von Leben betraf, widersprach und von einer „Urzeugung“ aus kleinsten Teilchen ausging. Nach der anfänglichen Annahme, der Hund würde von einer ausgestorbenen Urrasse, dem „Urhund“ und nicht vom Wolf abstammen, korrigierte er nach durchgeführten Kreuzungsexperimenten zwischen Hunden und Wölfen seine Ansicht.
Mit den Biologen Johann Anton Güldenstädt und Peter Simon Pallas und Charles Darwin bekam die Abstammungsgeschichte des Hundes eine ganz neue Wendung. Während Güldenstädt den Goldschakal als Urvater des Hundes betrachtete, ging Pallas von einer Mischung aus Fuchs, Wolf, Schakal und Hyäne als Ahnen aus. Auch Darwin konnte sich nicht vorstellen, das der Hund eine einzige Urform hatte. Erst die genauen anatomischen und physiologischen Beobachtungen von Wolf Herre, Manfred Röhrs sowie Herwart Bohlken führten dazu, dass letztendlich der Wolf als einziger Vorfahre des Hundes gilt. (BM/TAZ 2010)
Die molekulare Uhr
Um wissenschaftlich nachweisen zu können, ob der Hund vom Wolf abstammt, nutzten Wissenschaftler die Möglichkeit der genetischen Ahnenforschung. Man kann anhand der so genannten „genetischen Distanz“ ermitteln, wie eng verwandt oder wie weit entfernt zwei Populationen sind. Die „genetische Distanz“ wird als „geschichtswissenschaftliches Werkzeug“ bezeichnet, da mit ihr wichtige Etappen in der Entwicklung einer Spezies rekonstruiert werden können. Hierzu wird die mitochondriale DNA untersucht. Mitochondrien sind Zellbestandteile, die eine eigene DNA, welche sich erheblich von der DNA des Zellkerns unterscheidet, besitzen. Diese mitochondriale DNA ist ständigen, zufälligen Mutationen unterworfen. Die Anzahl der Mutationen gilt als Gradmesser der genetischen Distanz und gibt Aufschluss über den Zeitpunkt der Trennung zweier Populationen. Da sich die mitochondriale DNA nur mütterlicherseits vererbt, kann man somit die Geschichte des Hundes bis zur ersten Hündin zurückverfolgen.
Lunas Kommentar:
Also da kann ich jetzt nicht mehr mitreden, dass überlasse ich lieber diesen vielen Wissenschaftlern.
Versteht der Hund die Ausdrucksformen des Menschen? Sind Hunde außerordentlich klug? Denken Mensch und Hund ähnlich? Dies sind Fragen, die die Wissenschaft bereits seit mehreren Jahren beschäftigen. Um diese Fragen beantworten zu können entwickelten mehrere Forscher verschiedenste Versuchsreihen, die darauf abzielen, diese und andere Fragen zu beantworten.
Ein Beispiel dafür ist das Experiment mit dem Belgischen Schäferhund Vendel. Der Schäferhund befindet sich mit einer ungarischen Wissenschaftlerin in einem Raum, in dem zwei Glasbehälter nebeneinander stehen. Ein Behälter ist durchsichtig, der andere nicht. Ein Ball wird nun, ohne das der Hund dies sieht, in den undurchsichtigen Behälter getan und diesen dann vor den Augen des Hundes dort wieder hinauskullern. Wieder versteckt man den Ball im undurchsichtigen Behälter, doch diesmal versucht die Forscherin, Vendel durch Gestik davon zu überzeugen, dass sich der Ball im durchsichtigen Behälter befindet. Zum Erstaunen der Wissenschaftler läuft Vendel zum undurchsichtigen Behälter.
Im speziellen dient das durchgeführte Experiment dazu, herauszufinden, ob sich der Hund blind auf die Hinweise eines Menschen, die in diesem Experiment irreführend waren, oder die eigenen Beobachtungen, die hier den Erfolg versprachen, verlässt. (BM/TAZ 2010)
Kenntnisse zur Hundeintelligenz
Um wissenschaftlich zu klären, wie intelligent Hunde nun wirklich sind oder ob die viel gepriesene überragende Intelligenz der Hunde sich lediglich auf anekdotisches Wunschdenken der Halter beschränkt, ist der Blick in eine ferne Vergangenheit vonnöten – sprich eine wissenschaftliche Reise zu den Ursprüngen des heutigen Haushundes. Mit Hilfe modernster genetischer Methoden sollen die seit Jahren diskutierten Fragen nach der Abstammung, der Herkunft und des Alters des Hundes geklärt werden.
Um diese Fragen beantworten zu können, haben Teams von Wissenschaftlern 0,1g – 0,5 g Gehirnmasse aus drei Gehirnarealen von 10 Haushunden, 10 Kojoten und 5 Wölfen entnommen. Die zentrale Frage bei dieser Untersuchung bezog sich auf das eventuelle Vorhandensein möglicher Spuren, die die Abspaltung des Hundes vom Wolf im Gehirn hinterlassen haben könnte.
Die Proben aus den Gehirnarealen sollen Aufschlüsse über das Wesen von Hunden geben. Proben von DNS, die die Forscher, genau wie die Gehirnmasse, bei Autopsien gewannen, sollen die komplette Evolutionsgeschichte aufzeigen und die Abstammungsfrage klären. Weiterhin kann über die DNS auch der Weg der Ausbreitung des Hundes nachvollzogen werden. (BM/TAZ 2010)
Lunas Kommentar:
Das ist ja spannend. Dann erfahr ich vielleicht endlich wer mein Ur-Ur-Ur-Ur-… Ur-Opa ist
27. Januar 2010
Manche Handlungen von Hunden lassen ihre Besitzer staunen und zeugen von überragender Intelligenz. Doch sind Hunde in der Tat so intelligent wie ihr Ruf? Dies kann nicht ganz mit einem klaren „ja“ oder „nein“ beantwortet werden. Es steht fest, dass Hunde anders denken als Menschen. Sie haben nicht die gleiche Problemlösungskompetenz wie ein Mensch, verstehen zwar die menschliche Sprache – zumindest die Worte, mit denen sie etwa eine Handlung oder einen Gegenstand assoziieren können- können aber selbst nicht sprechen. Sie haben ein Grundverständnis für Zahlen und Mengen, was nicht bedeutet, dass sie rechnen können. (BM/TAZ2010)
Hunde als Problemlöser
Hunde scheinen ihre eigene Form des Denkens zu haben, die der des Menschen bis zu einem bestimmten Grad ähnelt. Allgemein gilt die These, dass Hunde durch das Ausschlussverfahren Lernerfolge erzielen und das Gelernte dann auch immer wieder zeigen und in anderen Situationen anwenden, da es sich einmal als Problemlösung erwiesen hat. (BM/TAZ2010)
Das Licht geht an
Ob Tiere ein Bewusstsein haben, dass ihnen das bewusste Empfinden von Gefühlen ermöglicht, wird in Wissenschaftskreisen bis heute scharf diskutiert. Um eine genaue Aussage darüber treffen zu können, fehlen noch weitere Studien. Auch das Bewusstsein des Menschen ist noch immer nicht in seiner Ganzheit erforscht und daher sind alle Meinungen über das Bewusstsein bei Tieren reine Spekulation. (BM/TAZ2010)
Ich und du, du und ich
Das Tiere eine Eigen- und Fremdwahrnehmung – zumindest in Ansätzen – besitzen müssten, ist für viele Wissenschaftler eindeutig. Vor allem bei sozialen Tieren, die in Gemeinschaften zusammenleben, scheint dies sichergestellt zu sein. (BM/TAZ2010)
Denkst du, was ich denke?
Immer wieder werden Hunden menschenähnliche mentale Fähigkeiten – meist von den eigenen Besitzern – zugesprochen. Es gibt viele Berichte, in denen Hunde ihre Halter in Gefahrensituationen beschützend zur Seite standen oder ihnen nach einem Verlust eines geliebten Menschen Trost spendeten. Aber die Fähigkeit, die Gefühle anderer bewusst wahrzunehmen und sich in deren Situation hineinzuversetzen, erfordert den Besitz eines Bewusstseins. Noch gibt es keine hinlänglichen Studien, die eindeutige Ergebnisse über das Vorhandensein eines Bewusstseins bei Tieren liefern.
Lunas Kommentar:
Ich bin und bleibe trotzdem der schlauste Hund der Welt!
Sind wir verrückt?
Tierliebhaber werden von anderen Menschen oft für ihre Hingabe belächelt. Nichtsdestotrotz werden weiterhin Tierliebhaber ihr letztes Hemd für ihren Vierbeiner geben, da die bloße Anwesenheit des Tieres beim Halter ein Glücksgefühl hervorruft und die Verbindung der beiden im besten Fall von Liebe geprägt ist. (BM/TAZ2010)
Ich verlasse dich nie
Die Liebe der Menschen zu ihren Hunden kann sehr intensiv sein. Sie ist der Grund, warum manche Menschen wochenlang sehr intensiv trauen, wenn das geliebte Haustier verstorben ist. Sie ist aber auch der Grund, warum Menschen in Gefahrensituationen ihr Leben für ihren Vierbeiner riskieren um dessen Leben zu retten. (BM/TAZ2010)
Die Biologie der Liebe
Das Empfinden von Liebe ist eine chemische Reaktion im Gehirn. Der erste Rausch der Verliebtheit wird durch Dopamin verursacht. Ein wenig später wird dann im Blutkreislauf das Hormon Oxytocin freigesetzt, dass das anhaltende Gefühl von Liebe und Nähe steuert. Oxytocin hat eigentlich im Körper die Aufgabe, bei der Geburt die Kontraktion der Gebärmutter und den Einschuss der Milch in die Brust auslöst. (BM/TAZ2010)
Der Sturm der Liebe
Warum lieben wir Hunde? Weil sie uns nichts als reine unbedingte Liebe erwidern? Trifft dies eigentlich zu, oder handelt es sich hier lediglich um das Wunschdenken oder die Übertragung unserer Gefühle auf den Hund? Fest steht, dass Hunde auf Menschen eine beruhigende Wirkung haben können. Während des Streichelns kann der Blutdruck gesenkt werden und die Ausschüttung von Glückshormonen wird angeregt. Die Gesichter der Hunde sind sehr ausdrucksstark und die Mimik bei Gefühlen gleicht der des Menschen, aber in einer reinen Form, da Hunde nicht in der Lage sind, Gefühle vorzutäuschen oder verschleiern zu wollen. Ein weiterer Punkt, der die innige Liebe zwischen Hund un Mensch erklären könnte ist der, dass sowohl Hunde, als auch Menschen sehr soziale Lebewesen sind. Beide haben ein starkes Verlangen nach Gesellschaft, auch wenn der Partner einer anderen Spezies angehört. (BM/TAZ2010)
Hunde, Trauer und das Konzept des Todes
Es gibt viele Berichte von angeblich trauernden Tieren und deren Verhalten nach dem Tod eines ihnen bekannten Tieres oder Menschen. Aber können Hunde eigentlich die Endlichkeit des Todes verstehen? Bis heute spalten sich zu diesem Thema die Gemüter, denn es gibt auch zahlreiche Berichte, in denen sich Hunde ganz normal nach dem Tod eines anderen Wesens benamen und keine Anzeichen von Trauer zeigten. (BM/TAZ2010)
Die Kehrseite der Liebe
Studien haben herausgefunden, dass Hunde sehr wohl Trauer empfinden können. Angst zum Beispiel wird im Gehirn von unterschiedlichen Nervenzellen aktiviert, da Angst ja auch unterschiedliche Tendenzen hat. Es gibt zum einen die Angst vor Verletzungen und Schmerz und zum anderen die Angst allein zu sein und das Gefühl von Panik. Da Hunde bekanntermaßen unter Trennungsangst leiden können, ist es für die Forscher nur selbstverständlich, dass sie auch trauern können. (BM/TAZ2010)
Gehen Sie nicht ohne Gefühle aus dem Haus
Im Gehirn gibt es bestimmte Bereiche, die den Verstand (das Denken) und die Gefühle beherbergen. Da sich sowohl Verstand als auch Gefühl gegenseitig bedingen, ist die daraus resultierende Erkenntnis, dass beide unmittelbar miteinander verbunden sind, keine Überraschung. Da der Mensch jedoch zu weit aus abstrakterem und vor allem komplexerem Denken als der Hund fähig ist, gelangt man schnell zu der Erkenntnis, dass Hunde einige Gefühle anders, und zwar stärker empfinden, als Menschen, da der Präfrontalkortex bei Hunden weniger ausgebildet ist, als beim Menschen. (BM/TAZ2010)
Damit unsere Hunde entspannt durchs Leben gehen können ist es von großer Wichtigkeit, ihnen das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Ein Rudelführer kann sein Rudel nur dann souverän führen, wenn er keinen Zweifel daran lässt, dass er die geeignete Person dafür ist. Das heißt nicht, dass man als Rudelführer stets dominant auftreten muss; man muss seinem Hund lediglich das Gefühl geben, dass man als Halter in der Lage ist, alle möglichen Schwierigkeiten selbst zu lösen. Man muss Selbstsicherheit, Kompetenz und Ruhe ausstrahlen um bei Hunden den Eindruck eines geeigneten Rudelführers zu hinterlassen. Hat der Hund das Gefühl, dass der Mensch nicht in der Lage ist ein Rudel souverän zu führen, wird er diese Position einnehmen, auch wenn er es eigentlich nicht möchte. (BM/TAZ2010)
Genau wie jeder Mensch ist auch jeder Hund einzigartig. Nur weil Hunde einer selben Rasse zugehören, heißt das nicht, dass sie auch die gleichen Charaktereigenschaften besitzen. Jeder Hund sollte, wie auch jeder Mensch, so angenommen werden, wie er ist. (BM/TAZ2010)
Die richtige Berührung
Viele Hundehalter können nicht einschätzen, wie und wo ihre Hunde gern gestreichelt werden. Oft werden die Hunde auf eine Art oder an einer Stelle ihres Körpers berührt, die ihnen unangenehm ist. Meistens liegt das daran, dass die Halter die Körpersprache und den Ausdruck des Hundes entweder nicht deuten können oder gar ignorieren. Am häufigsten tätscheln Halter ihren Hunden den Kopf, in der Annahme, dass es ihnen gefällt. Aber weit gefehlt. Hunde mögen es gar nicht, auf den Kopf getätschelt zu werden. Am liebsten sind ihnen Berührungen seitlich am Kopf und unter den Ohren oder am Schwanzansatz. Auch Umarmungen sind für Hunde eine Qual. Wenn man einen Hund berührt, sollte man immer darauf achten, wie dieser reagiert. Dreht er den Kopf zur Seite oder versucht sich zu entfernen, kann man sicher sein, dass die Berührung ihm nicht gefällt. (BM/TAZ2010)
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei Mensch und Tier die Vorfreude auf ein bestimmtes Ereignis mehr Dopamin im Gehirn ausschütten lässt, als zu dem Zeitpunkt, an dem man das Gewünschte wirklich erhält. Noch mehr Dopamin wird allerdings ausgeschüttet, wenn man zwar das Gewünschte erwartet, aber nicht sichergestellt ist, dass man es tatsächlich bekommt. Dies kann man gut in das Training mit dem Hund übernehmen. Um einem Hund ein bestimmtes Verhalten anzutrainieren, ist es sinnvoll, ihn mit Futter (oder einer anderen Sache, die ihn glücklich macht) dazu zu motivieren. Hat der Hund das Verlangte verinnerlicht, kann man langsam anfangen, die Belohnung zu reduzieren und nicht mehr jedes Mal, wenn der Hund dieses Verhalten auf Verlangen vorzeigt, zu füttern (oder minutenlang zu kraulen oder zu bespaßen; je nachdem, welche Belohnungsvariante gewählt wurde). Der Hund gerät dadurch in eine ständige Erwartungshaltung, die ihn aufmerksamer werden lässt, da er stets mit einer Belohnung für ein bestimmtes Verhalten erwartet. (BM/TAZ2010)
Gefühle können nicht nur vom Hund auf den Menschen übertragen werden; dies geschieht auch in die andere Richtung. Nervösen, ängstlichen oder aufgeregten Menschen gelingt es nicht einen Hund souverän zu führen, da der Hund unsere Gefühle spürt und diese sein Verhalten beeinflussen. (BM/TAZ2010)